Arbeitswelten - Frauenwelten?

von Christine Dietl, ÖVP Frauen

Christine Dietl, Obfrau ÖVP-Frauen bat die Vorchdorfer Unternehmer Monika und Hermann Kempinger zum Interview. Die Firma kmb gilt als Vorchdorfer Vorzeigebetrieb mit einem hohen Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen.

„Wie viele MitarbeiterInnen hat ihr Betrieb?“

Monika Kempinger: „Zirka 150 Mitarbeiter/Innen, davon 90 Frauen und 60 Männer. 16 Lehrlinge sind in Ausbildung, vier weibliche. 12 Frauen sind zur Zeit in Karenz."

„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine große Herausforderung für Frauen, welche Erfahrung machen sie als Chef von so vielen weiblichen Mitarbeiterinnen?“

Hermann Kempinger: „Gute!“.

„Unterscheiden sich die Anforderungen an die Betriebsleitung von Männern und Frauen?“

Monika Kempinger: „Bei Frauen ist mehr Flexibilität gefordert, da Frauen in erster Linie auch Mütter sind und die Kinderbetreuung fast immer in ihrem Aufgabenbereich liegt. Frauen brauchen auch Pflegeurlaub, wenn die Kinder krank sind. Da sind alle gefordert, denn die Produktion muss weiterlaufen. Aber wir haben gute Erfahrung gemacht, die Frauen sind sehr bemüht, so bald wie möglich wieder bei ihrer Arbeit zu sein."

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"Es gibt viele Frauen die in technischen Dingen genauso begabt sind wie Männer"

Hermann Kempinger

„Hat ihr Betrieb besondere Vorteile für Frauen?“

Hermann Kempinger: „Ja. Unsere Arbeitszeiten sind in 3 Schichten eingeteilt. Mit je 6,5 Stunden ist es für Frauen leichter, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Wir haben zum Beispiel 5 Frauen, die nur in der Spätschicht arbeiten, weil der Mann dann bei den Kindern ist.“

„Wie solidarisch sind Frauen untereinander?“

Monika Kempinger: „Da wir viele Mitarbeiterinnen haben die, sagen wir einmal so, schon etwas reifer an Jahren sind, gibt es wenig Probleme. Die Frauen strahlen eine gewisse Ruhe aus und das wirkt sich auf das Betriebsklima sehr positiv aus."

 

 

 

 

 

"Frauen sind durch Familie im Beruf mehr gefordert. Doch wir haben gute Erfahrungen gemacht!"

Monika Kempinger

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„Frauen entscheiden sich in der Mehrzahl für typisch weibliche Berufe. Was motiviert aus Ihrer Sicht, Frauen für technische Berufe zu gewinnen?“

Herr Kempinger: „Die Zukunftsaussichten sind einfach besser. Eine gute Ausbildung in technischen Bereichen ermöglicht bessere Chancen für Führungspositionen. Der Lohn ist natürlich auch wesentlich höher. Es gibt viele Frauen die in technischen Dingen genauso begabt sind wie Männer.“

„Ist es für Sie vorstellbar, dass sich mehrere Firmen zusammenschließen und Kinderbetreuung anbieten, nicht nur für Kleinkinder sondern auch für Hausaufgabenbetreuung?“

Hermann Kempinger: „Nun im Grunde eine sehr gute Idee, aber sinnvoller würde ich es finden, wenn sich Firmen mit den Kosten am allgemeinen Kindergarten beteiligen und dadurch mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten möglich wäre. Das würde den jungen Frauen sicher das Arbeitsleben erleichtern und sie hätten dadurch auch mehr Chancen und vor allem mehr Wahlmöglichkeiten im Berufsleben.“

Vielen Dank für das Interview!